Mer soin die Guude!

Wasserwehr

Das Schwarzbachhochwasser 2002

Wer in unserer Gegend wohnt kennt es: Nahezu jedes Frühjahr und teilweise auch im Sommer tritt der Rhein über die Ufer. Nicht selten wird dabei der Bereich hinter dem Winterdeich komplett geflutet. Solche starken Hochwässer sind gar nicht so selten: Statistisch gesehen treten solche Ereignisse alle 10-15 Jahre auf.

Kritisch wird es für uns ab einer Marke von rund 700cm am Pegel Mainz:

580cm (Tendenz steigend)
Der Steindamm wird überflutet und das Dammtor am Sommerdamm geschlossen.

Ab 630cm (Tendenz steigend)
Erste Maßnahmen zum Einsatz der Wasserwehr werden vorbereitet.

Ab 690cm (Tendenz steigend)
Die Wasserwehr wird eingesetzt, die Deiche rund um die Uhr kontrolliert.

Ab 700cm (Tendenz steigend)
Die Dammtore Kornsand und Hedderich können je nach Lage bereits eingebaut werden.

Solche Marken wurden in der jüngeren Vergangenheit z.B. 1988 (770cm) und 1995 (703cm) erreicht. Im Frühjahr 2018 entgingen wir nur knapp einer Wasserwehrlage, der Pegel Mainz hatte hier seinen Scheitelpunkt bei 639cm.

Doch was macht die Wasserwehr überhaupt?

Mit einfachen Worten ausgedrückt: Die Wasserwehr sorgt dafür, dass die Deiche sicher bleiben, auch wenn tausende Tonnen Wasser gegen sie drücken.

Insbesondere zählt zu den Aufgaben der Wasserwehr das regelmässige Ablaufen der Deiche. Hierbei prüft sie, ob es sichtbare Schäden gibt und hilft im Fall der Fälle aktiv bei deren Behebung mit. Die Wasserwehrsatzung der Gemeinde Trebur sagt hierzu:

Die Wasserwehr hat folgende Aufgaben:
[…]
Innerhalb des zugewiesenen Abschnittes in ständigen Streifengängen den Damm zu beobachten und insbesondere darauf zu achten, ob
a) landseitig Wasser durch den Damm rinnt und dieses Wasser durch Erde usw. getrübt ist,
b) auf der Landseite des Dammes Quellen entstehen und das daraus abfließende Wasser trüb wird oder Erde auswirft,
c) der Damm flüssig wird und auf der Landseite eine flachere Böschung einnimmt,
d) Wellenschlag oder Eisschub den Damm beschädigt,
e) der Damm überall eine gleiche Höhe oder einzelne niedrige Stellen und Strecken hat, die bei fortwährendem Steigen des Wassers zuerst in Gefahr kommen,
f) die Dammpforten sachgemäß verschlossen sind, keine Mängel aufweisen und auch in der Tiefe kein Wasser durchlassen,
g) für den Damm oder die Dammpforten Gefahr besteht;
Festgestellte Mängel, soweit dies in kurzer Zeit mit dem vorhandenen Gerät möglich ist, zu beseitigen;
[…]

Die Wasserwehr bildet somit eine wichtige und für die Gemeinde überlebensnotwendige Institution! Ihre Mitglieder werden übrigens nicht alleine gelassen, bei allen Streifengängen sind erfahrene Feuerwehrleute oder Mitarbeiter der Gemeinde dabei.

Wer kann mitmachen?
Grundsätzlich gilt: Mitmachen kann jeder, egal ob Mann oder Frau, zwischen 18 und 60 Jahren, der geistig fit und im Notfall in der Lage ist, einen gefüllten Sandsack von A nach B zu transportieren (im Ernstfall auch viele Sandsäcke über mehrere Stunden).

Warum ist der Wasserwehrdienst so wichtig?
In den ersten Tagen einer Hochwasserlage wird der Wasserwehrdienst von uns Feuerwehren übernommen. Aber auch wir kommen irgendwann an unsere Leistungsgrenze und müssen unseren beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Ausserdem müssen wir neben der Arbeit am Deich natürlich noch den Brandschutz in der Gemeinde sicherstellen. Wir sind also dringend auf genug Freiwillige angewiesen, die diesen wichtigen Dienst für die Gemeinde und auch den gesamten Landkreis übernehmen wollen.

Übrigens: Da der Wasserwehrdienst eine solch wichtige Aufgabe darstellt, können bestimmte Personengruppen im Ernstfall auch zum Dienst zwangsverpflichtet werden. Wenn wir also genug Freiwillige für den Dienst finden, umso besser ist es für uns alle!

Entstehen dem Mitglied durch den Wasserwehrdienst irgendwelche Nachteile?
Nein! Prinzipiell werden die Wasserwehrmitglieder in ihrer Freizeit eingesetzt. Ist dies nicht möglich, wird ein Verdienstausfall durch die Gemeinde Trebur übernommen. Das heisst: Man wird vom Arbeitgeber bezahlt freigestellt und die Gemeinde Trebur erstattet ihm die Kosten. In jedem Fall muss ein Einsatz im Wasserwehrdienst während der Arbeitszeiten rechtzeitig mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann melden Sie sich beim Ordnungsamt der Gemeinde Trebur [eMail] oder direkt bei uns!
Wir sind jeden Dienstag ab 20:00 Uhr im Gerätehaus.

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